Marktkommentar Juli 2021

26.08.2021

Neues

Der Juli war für die Investoren an den Finanzmärkten - trotz einer geringfügigen Korrektur Mitte des Monats - übergeordnet ein guter Monat. Es ist somit sehr lange her, dass wir eine Aktienkorrektur um mehr als 5 % gese-hen haben, und es handelt sich um eine der längsten Perioden innerhalb der letzten 100 Jahre. Zwar gab es genügend Fokusbereiche, die den Anstieg in den Aktienmärkten hätten hemmen können, aber die sehr positiven Bilanzen für das zweite Quartal zeugen davon, dass die Unternehmen die Herausforderungen in Verbindungen mit COVID-19 gut überwunden haben und weiterhin richtig gutes Geld verdienen - sogar mehr, als es die meis-ten Analysten erwartet hatten.

Die Anleihezinsen sind weiter gesunken (Abb. 1) und berichten von einer ganz anderen Entwicklung als der Akti-enmarkt. Sie reagieren in höherem Maße auf die negativeren Nachrichten sowie die Erwartung, dass das Wachstum für dieses Mal den Höhepunkt erreicht hat. Die Delta-Variante des Coronavirus verbreitet nach wie vor Unruhe, und darüber hinaus gibt es immer noch Probleme in den Versorgungsketten, was innerhalb be-stimmter Branchen Engpässe verursacht. 

Abb. 1: 10-jährige amerikanische Zinsen


Quelle: Bloomberg

Die chinesische Regierung hat zudem hinsichtlich der Regulierung der privaten Unternehmen aufgerüstet, da man die finanziellen Einflüsse aus dem Ausland eindämmen möchte. Dies hat die chinesischen Aktien im Allgemeinen hart getroffen, insbesondere die Unternehmen in den Bereichen IT und Bildung. Chinesische Aktien ma-chen fast ein Drittel der EM-Aktienmärkte aus, und der Rückgang bei den chinesischen Aktien um ca. 10 % im Juli hatte natürlich einen negativen Einfluss auf die Rendite für den gesamten Index, der gut 5 % einbüßte.

De sinkenden Zinsen bewirkten zudem, dass die defensiven Aktiensektoren wie Healthcare und Telekommunikation sowie Immobilienaktien im Juli im Allgemeinen besser abschnitten als die übrigen Sektoren - insbesondere im Verhältnis zu den Value-Aktien, die normalerweise von dem Vertrauen auf ein starkes Wachstum und von steigenden Zinsen profitieren.

Renditen der Anlageklassen

Auch der Juli war für die meisten Anlageklassen in den Portfolien ein Monat mit positiven Renditen, und die beste Rendite mit einem Anstieg um fast 2 % wurde erneut in den globalen Aktienmärkten erzielt (davon ausge-nommen die EM-Aktienmärkte). Damit verzeichnen wir jetzt für dieses Jahr einen Anstieg um fast 19 %. Abgese-hen von den EM-Anleihemärkten in Lokalwährung erzielten auch die Hochzinsanleihen positive Renditen. Grund dafür sind die sinkenden Zinsen und der anhaltende Risikoappetit unter den Anlegern. Dieselben Faktoren führ-ten im Juli auch zu positiven Renditen für unsere Bestände von Hypothekenanleihen. Diese sind jedoch für das Jahr aufgrund der steigenden Zinsen zu Beginn von 2021 noch nicht ins Plus geklettert.