Marktkommentar Oktober 2020

19.11.2020

Neues

Coronavirus
Im Oktober gab es sehr viele Ereignisse, zu denen sich der Markt verhalten musste. Eines der wichtigen war die erneute Zunahme der COVID-19-Ansteckungszahlen in den USA und Europa. Die Fallzahlen sind schneller gestiegen als erwartet, was ein deutlicher Beweis dafür ist, dass sich die Entwicklung der Pandemie schwer voraussagen lässt - dies gilt auch für Experten. Die steigenden Fallzahlen haben insbesondere in Europa in mehreren Ländern, wo auch das Gesundheitswesen stark herausgefordert ist, zu wesentlichen Beschränkungen geführt. In den Finanzmärkten steigert dies die Besorgnis über die wirtschaftliche Entwicklung – insbesondere angesichts der Tatsache, dass es scheinbar in den USA diesmal schwieriger ist als im Frühjahr, sich über neue Hilfspakete in den USA zu einigen. In Europa sind die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien ins Stocken geraten, was in vielen Unternehmen zu Stirnrunzeln führt. Europäische Aktien hatten es deshalb im Oktober sehr schwer und verzeichneten einen Rückgang um 5 % bis 9 % (globale Aktien -2 %).

Bilanzsaison
Im Laufe des Monats lief auch die Bilanzsaison für das dritte Quartal 2020 auf Hochtouren. Die Bilanzen sehen überwiegend gut aus. Sowohl das Verkaufs- als auch das Gewinnwachstum ließen im Quartal wieder nach, allerdings hatten die Erwartungen noch niedriger gelegen. Deshalb war die Bilanzsaison isoliert betrachtet für den Markt positiv.

Präsidentschaftswahl in den USA
Ein anderes wichtiges Thema im Oktober war natürlich die amerikanische Präsidentschaftswahl am 3. Novem-ber. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Publikation ist die Wahl noch nicht entschieden, auch wenn der amtie-rende Präsident Trump sich bereits zum Sieger erklärt hat. Im Moment ist nur klar, dass die Wahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen ist. Dies steigert das Risiko dafür, dass es bis zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses noch eine Weile dauern kann, da sich die Auszählung der Stimmen in mehreren Bundesstaaten in die Länge ziehen und es ein Nachspiel im Obersten Gericht geben kann.


Marktrendite
Der europäische und der amerikanische Aktienmarkt hatten mit einer erneut stark zunehmenden Verbreitung des Coronavirus und fehlender politischer Handlungsfähigkeit bezüglich neuer Hilfspakete einen schwierigen Monat. Im Gegensatz hierzu schnitten die Aktienmärkte der Emerging Markets – angeführt von China – im Oktober sehr gut ab und beendeten den Monat mit positiven Renditen. Die Infektion mit dem Coronavirus scheint jetzt insbesondere in Asien besser unter Kontrolle zu sein.

Die Anleihenzinsen waren im Oktober leicht rückläufig. Gemessen an einer 10-jährigen Staatsanleihe liegen die Zinsen jetzt um etwa 10 Basispunkte über dem Niveau vom Monatsbeginn. Im dänischen Anleihenmarkt war die Aktivität beherrscht. Allerdings war der Umfang der Emissionen bei den kündbaren Anleihen am Monatsende, an dem die Kündigungsfrist für den Januar ablief, erheblich. Zusammen mit dem sinkenden Zinsniveau hat dies eine leichte Unterperformance der kündbaren Anleihen mit langer Laufzeit bewirkt. Die Anleihenrenditen waren im Oktober im Allgemeinen positiv. Die Renditen der hochverzinslichen kündbaren Anleihen waren sehr unter-schiedlich, wobei die Renditen zwischen -0,5 % und mehr als 1 % betrugen.

In den Emerging Markets wurde aufmerksam mitverfolgt, wie die einzelnen Länder mit COVID-19 umgehen und ob sie mit ihrer Strategie Erfolg haben. Dies kann dafür entscheidend sein, wie und wie schnell die Länder die Lage meistern und wie sie nach COVID-19 gestellt sind. Mehrere Länder haben über die Finanzpolitik die Verschuldung erhöht, wodurch viele Länder unter Druck geraten sind. Trotz dieser Herausforderungen hat der Markt mit Renditen von 0,47 % bei Schulden in Kernwährung und 1,23 % bei Schulden in Lokalwährung relativ gut ab-geschnitten. Die Wahl in der Elfenbeinküste ist überstanden, was den Anleihen des Landes einen beträchtlichen Aufwärtsschub verpasst hat. Die Situation in der Türkei, mit einer ineffizienten Geldpolitik, hält die Anleger fern.

Sowohl die Investment Grade- als auch die High Yield-Zinsspreads engten sich im Oktober etwas ein, haupt-sächlich aufgrund der höheren Wahrscheinlichkeit für einen Wahlsieg Bidens und der Indikation der EZB, dass das Ankaufprogramm im Dezember erhöht werden wird. Eine neue Runde von COVID-19-Lockdowns am Ende des Monats dämpfte jedoch den Optimismus. Die Emissionsaktivität war hoch, insbesondere im USD High Yield, wo viele Unternehmen offenbar den Wunsch hatten, die Finanzierung für die kommenden Monate noch vor der Wahl besiegelt zu haben. Aus demselben Grund erwarten wir für November und Dezember eine Aktivität, die um Einiges niedriger ist.