Marktkommentar – Dezember 2021

20.01.2022

Marktkommentar – Dezember 2021

Wir schließen das Anlagejahr 2021 mit einem weiteren hervorragenden Monat für die unserer Portfolien ab, die hauptsächlich Aktien und daneben Hochzinsanleihen enthalten.
Nach einem schwachen Start im Dezember kam es dann endlich zur lange erwarteten „Weihnachtsrallye“ - und die globalen Aktienmärkte (beispielsweise EM-Aktien) stiegen vom 20. bis zum 30. Dezember um 4,2 %. Damit endete das Jahr 2021 für die etablierten globalen Aktienmärkte mit einer Rendite von mehr als 30 %!

Dabei hatte es zu Beginn des Monats viel Anlass zu Besorgnis gegeben. Die neue Corona-Variante (Omikron) und Andeutungen der US-Zentralbank hinsichtlich einer Drosselung der Anleihenkäufe waren zwei der wichtigsten Punkte. Auch wenn Omikron weiterhin in der ganzen Welt sehr stark dominiert, reagieren die Finanzmärkte positiv auf die Aussichten auf einen milderen Krankheitsverlauf und die fortschreitenden Impfungen, was das Risiko für umfassende Lockdowns der Wirtschaften verringert.

Ende Dezember weckten die Aussichten auf weniger Anreize vonseiten der Fed bei den Märkten auch keine große Besorgnis. Ein anhaltend hohes Wachstumsniveau (wenn auch rückläufig) könnte durchaus ein etwas höheres Zinsniveau vertragen, da die Geldpolitik für die Wirtschaft weiterhin als unterstützend eingeschätzt wird. Diese Schlussfolgerung wird jetzt zu Beginn von 2022 etwas in Frage gestellt, wobei die Märkte zurzeit auf neue Kommentare der Zentralbank bezüglich einer Drosselung des Anleihenbestands in der Bilanz der Bank negativ reagieren. Dies hat zu erheblichen Zinsanstiegen geführt, was sowohl für die kurzfristigen als auch für die langfristigen Zinsen gilt (s. Abb. 1). Es wird vermutlich für das gesamte Jahr 2022 ein Thema bleiben, ob die Zentralbanken global (und insbesondere in den USA) dazu in der Lage sein werden, das Zinsniveau anzuheben, ohne damit vor allem im Aktien- und Kreditmarkt zu viel Schaden anzurichten.


Abb. 1: 10-jährige Zinsen


Renditen der Anlageklassen

Wie oben erwähnt war der Dezember insbesondere für Aktien in den etablierten Wirtschaften mit einer Rendite von 3,2 % ein weiterer guter Monat. Insgesamt gesehen stiegen diese Märkte 2021 um 30,9 %, was als eine außerordentlich hohe Rendite anzusehen ist. Die Aktienmärkte der Emerging Markets konnten erneut kaum Schritt halten, und mit einem Anstieg von 0,8 % musste man sich hier für das Gesamtjahr 2021 mit 4,8 % „zufriedengeben“. Auch die Hochzinsanleihen verzeichneten einen sehr guten Monat, aber auch hier blieben die Renditen in den Emerging Markets wieder hinter den Unternehmensanleihen der etablierten Länder zurück. Die steigenden Zinsen beeinträchtigen die traditionellen Anleihen, die das Jahr 2021 mit negativen Renditen beenden.

Aktuelles

Wir haben jetzt zu Beginn des Jahres weiterhin eine positive Sicht auf die Aktienmärkte. Dies beruht hauptsächlich darauf, dass die Wahrscheinlichkeit für einen wirtschaftlichen Rückgang (Rezession) sehr gering ist, und dass die Alternative zu Aktien weiterhin sehr niedrige Renditen erwarten lässt. 2022 wird aber wahrscheinlich ein Jahr mit „normaleren“ Schwankungen im Markt als die, mit denen wir sowohl im zweiten Halbjahr 2020 und das gesamte Jahr 2021 über verwöhnt worden sind.