Marktkommentar – Mai 2022

10.06.2022

Die zunehmende Inflation und die steigenden Zinsen sind nach wie vor ein großes Gesprächsthema in den Finanzmärkten. In den USA stiegen die Zinsen zu Beginn des Monats auf das höchste Niveau seit Ende 2018. Danach sanken die Zinsen nach etwas weniger aggressiven Kommentaren vonseiten der Zentralbank wieder geringfügig. In Europa und Dänemark setzten sich die Zinsanstiege jedoch unverdrossen fort, und entsprechende Zinsniveaus gab es zuletzt im Jahr 2014. Es sieht weiterhin so aus, dass die steigenden Rohstoffpreise die Ursache für die hohen Niveaus der Inflation ist. Die Rohstoffpreise stiegen somit im Mai weiter an – insbesondere aufgrund der steigenden Energiepreise. Die in den letzten Monaten herrschende rückläufige Wachstumstendenz hat jedoch dazu geführt, dass der Aufwärtsdruck auf den Preis von Industriemetallen rückläufig gewesen ist.

Wie bekannt waren aufgrund der steigenden Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus mehrere Großstädte in China im Lockdown. Dies hat natürlich die Aktivität in der chinesischen Wirtschaft beeinträchtigt. Es hat aber auch Bedeutung für die Weltwirtschaft, wenn die zweitgrößte Wirtschaft der Welt mit Herausforderungen zu kämpfen hat. Die jüngsten Infektionszahlen aus China stimmen zuversichtlich, und es wird von einem Rückgang der Infektionen berichtet. Dies erhöht natürlich die Möglichkeit dafür, dass die chinesische Wirtschaft wieder ins Rollen kommt.
Die derzeitige Inflation ist eine globale Erscheinung, und die Zentralbanken in aller Welt schreiten auch gegen die Inflation ein, um die wirtschaftlichen Konsequenzen einzudämmen. Die jüngsten Zahlen zeigen, dass 73,5% der Zentralbanken der Welt die Zinsen bisher ein oder mehrere Male angehoben haben. Dies ist ein extrem hoher Anteil, den wir in den letzten 30 Jahren nur dreimal erlebt haben (s. Abb. 1).

Abb. 1: Anteil der Zentralbanken, die die Zinsen anheben


Quelle: NDR research