Marktkommentar – Juni 2022

27.06.2022

Die Inflation in den USA, der weltgrößten Wirtschaft, überraschte im Juni alle Ökonomen. Nach einem Rückgang im Mai glaubten die meisten, dass die Preise ihren Höchststand im April erreicht hatten. Die Zahlen vom Juni zeigten jedoch einen neuen Höchststand, und wir müssen jetzt bis 1982 zurückblicken, um ein Inflationsniveau in der Größenordnung wie heute zu finden (s. Abb. 1).

Abb. 1: Höchste amerikanische Inflation seit 40 Jahren


Eine der wichtigsten Ursachen dafür war ohne Zweifel, dass die Fed in Ihrer Sitzung am 15. Juni die Anhebung der Zinsen um ganze 75 Basispunkte beschloss, während zu Anfang des Monats „nur“ etwa 50 Basispunkte erwartet worden waren. Auch die Europäische Zentralbank gab bekannt, dass man aggressiver handeln (das heißt, die Zinsen anheben) müsse, um die aktuellen Inflationstendenzen in der Eurozone zu bekämpfen. Dies hat im Laufe des Junis zu einem deutlichen Anstieg der Marktzinsen geführt, was sich auf Anleihen aller Laufzeiten – von den ganz kurzen bis zu den langen Zinsen – ausgewirkt hat. Zum Beispiel werden jetzt mehrere Hypothekeninstitute in Dänemark neue festverzinsliche 30-jährige Kredite mit 5 % anbieten.

Die Zinsanstiege waren stärker, als der Aktienmarkt aushalten konnte, weshalb erhebliche Kursfälle zu verzeichnen waren.
Mehrere Rohstoffmärkte verzeichneten jedoch in den letzten Wochen bedeutende Rückgänge. Zum Beispiel hat der Markt für Industriemetalle seit 6. Juni um mehr als 15 % nachgegeben, und der Ölpreis sank von 124 USD auf derzeit 104 USD pro Barrel. Dies lässt darauf hoffen, dass wir in den kommenden Monaten wieder Grund zu der Erwartung haben, dass der Druck auf die hohe Inflation nachlässt. Dies kann dazu führen, dass die Zinsen wieder sinken und damit für eine gewisse Zeit für steigende Aktienmärkte unterstützend sein werden.
Darüber hinaus hat der Aktienmarkt so schnell nachgegeben, dass mehrere Messungen der Stimmung im Markt einen furchtsamen Markt anzeigen. Wenn Messungen dieses Niveau erreichen, dann ist dies ein Ausdruck dafür, dass viele Anleger Aktien verkauft haben, und dass zusätzliche erhebliche Kursfälle kaum wahrscheinlich sind. In der historischen Perspektive hat sich gezeigt, dass meistens gute Renditen zu erwarten sind, wenn die Aktienmärkte am furchtsamsten sind.

Renditen der Anlageklassen
Der Juni war für alle Anlageklassen ein negativer Monat. Weltweit waren Rückgänge im Aktienmarkt zu verzeichnen, und die dänischen Aktien waren keine Ausnahme. Die steigenden Zinsen bedeuten auch negative Renditen für alle verzinslichen Anlagen. Zudem waren Unternehmensanleihen und die Anleihen der Emerging Markets von einer Erweiterung der Kreditspreads betroffen.