Marktkommentar November 2020

08.12.2020

Neues

Coronavirus weiterhin in den Schlagzeilen

Auch im November tanzten die Finanzmärkte weltweit zu den Tönen der COVID-19-Pandemie. Im Laufe des Monats waren in den Finanzmärkten sowohl positive als auch negative Töne zu hören. Auf der negativen Seite war die zweite Infektionswelle, die in vielen Ländern an Tempo gewann - und mehrere Länder verhängten deshalb zur Eindämmung der Infektion zusätzliche Beschränkungen. In mehreren Ländern liegt die Zahl der Ansteckungsfälle über dem Niveau der ersten Welle. Auf der positiven Seite gab es im Laufe des Novembers positive Nachrichten von zwei der ganz großen Akteure auf dem Gebiet der Corona-Impfstoffe. Sowohl der europäische Gigant AstraZeneca als auch der US-amerikanische Pharma-Riese Pfizer konnten gute Ergebnisse vermelden - summa summarum: die Impfstoffe melden ihre baldige Ankunft. Großbritannien hat als erstes Land in Europa mitgeteilt, dass man noch vor dem Jahreswechsel mit der Schutzimpfung beginnen werde. Die Aussicht auf Impfungen als ersten Schritt zur Normalisierung der Zustände gab den Finanzmärkten starken Rückhalt.

Machtwechsel in den USA bahnt sich trotz Gerichtsverfahren an

Die Äußerungen des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump bezüglich des bevorstehenden Machtwechsels am 20. Januar 2021, an dem Joe Biden Das Weiße Haus einzunehmen gedenkt, gingen im November wie gewöhnlich in verschiedene Richtungen. Donald Trump hielt in der Öffentlichkeit an der Rhetorik fest, dass er bei der Präsidentschaftswahl betrogen worden sei - und es laufen Gerichtsverfahren. In den Reihen der Trump-Administration begann jedoch im November im Hinblick auf den Machtwechsel die Zusammenarbeit mit der künftigen Administration. Gleichzeitig begann der künftige Präsident Joe Biden, die Mitglieder der neuen Regierung bekanntzugeben. Unter den prominenteren Namen finden wir die frühere Zentralbankchefin Janet Yellen, die zur Finanzministerin ernannt werden soll. Eine kompetente Person, die sich in der Opposition zu Donald Trump befunden hatte und deshalb als Chefin der Federal Reserve nur eine Amtszeit erhielt.

Marktrendite

Die Aktienmärkte der Welt bekamen mit der Aussicht auf eine Normalisierung der Wirtschaft im Zuge der CoronaSchutzimpfungen deutlichen Rückenwind. Positive Nachrichten von den Pharma-Riesen AstraZeneca und Pfizer ließen die Anleger von einer schnellen Rückkehr zu normaleren Wirtschaftsverhältnissen träumen. Deshalb stieg die Nachfrage insbesondere nach Industrie- und Energieaktien, aber auch Finanzaktien und IT-Aktien schnitten in diesem Monat erfreulich gut ab. Der starke Optimismus resultierte in historisch großen Aktien-kursanstiegen, wobei ein Rückgang des US-Dollar die Renditen der dänischen Anleger schmälerte.  Trotzdem endete der November für die globalen Aktienmärkte mit einer sehr hohen Rendite von fast 10 % gemessen in DKK.

Die Anleihezinsen verzeichneten im November einen leichten Anstieg. In diesem Monat vermeldeten auch drei Pharma-Unternehmen, dass es bis zur Ankunft eines Corona-Impfstoffs nicht mehr lange dauern würde. In Dänemark werden die ersten Impfungen wahrscheinlich Anfang 2021 vorgenommen. In Europa sind die Brexit-Verhandlungen immer noch nicht zum Abschluss gekommen, und es stellt sich die Frage, ob eine Einigung vor dem Jahreswechsel überhaupt noch realistisch ist. Sollten sich die EU und Großbritannien einigen können, würde dies isoliert betrachtet einen leichten Anstieg der Zinsen bewirken. Im dänischen Markt wurden Auktionen über die Flexlån-Hypothekenanleihen zum Januar-Termin abgehaltenen. Die Auktionen konnten sich im Allgemeinen eines großen Interesses der Anleger erfreuen, was zu einer etwas höheren relativen Bewertung geführt hat. Die Anleiherenditen fielen im November recht gemischt aus. Die länger laufenden kündbaren Anleihen erzielten generell die höchsten Renditen.

Getragen von der Hoffnung auf eine baldige Schutzimpfung gegen COVID-19 und auf eine teilweise Normalisierung der Wirtschaften war der Zustrom von Finanzmitteln in die Anleihenmärkte der Emerging Markets groß. Der Kreditspread bei Anleihen in Kernwährung engte sich von 4,2 Prozentpunkten auf 3,8 Prozentpunkte ein. Insbesondere die risikowilligen Länder erlebten eine gute Nachfrage, da sie aus konservativer Sicht als empfindlicher gegenüber potenziell steigenden Zinsen in den USA angesehen werden. Die steigenden Preise für Öl und eine Reihe von Rohstoffen unterstützten auch viele der Rohstoffe exportierenden Länder, während die ab-nehmende Stärkung von EURUSD von etwa 4 % den eher auf den USD-bezogenen Währungen einen Dämpfer auf-setzten.     

Die Zinsspreads im Investment Grade und im High Yield engten sich Anfang November, als die guten Nachrichten über COVID-19-Impfungen bekannt wurden, um einiges ein. Der Markt erwartet nach wie vor, dass die EZB 2021 ihre Ankäufe von sowohl Staatsanleihen als auch Unternehmensanleihen fortsetzen wird, was die Zins-spreads geringhalten wird.