Marktkommentar – November 2021

07.12.2021

Die Entwicklung der Pandemie geriet im November erneut mit voller Kraft in den Fokus. Die Zahl der neu Infizierten stieg im Laufe des Monats erheblich und insbesondere Europa ist stark betroffen. Beispielsweise in Deutschland werden zurzeit pro Tag etwa 58.000 neu Infizierte registriert, was mehr als doppelt so viele sind wie letzten Winter. Glücklicherweise ist die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit Corona bei Weitem nicht so groß wie letzten Winter, die Tendenz ist aber leider ebenfalls steigend.

Da die Zahl der Krankenhausaufenthalte und der Todesfälle geringer ist als letzten Winter, hat der Markt mit Gelassenheit auf die Entwicklung reagiert. Dies liegt auch daran, dass wir in den letzten Monaten eine Verbesserung der makroökonomischen Kennzahlen verzeichnen konnten – vor allem in den USA. Bis zum 25. November, als die Nachricht über die mutierte Virusvariante Omikron eintraf, hatten die meisten Aktienmärkte positive Renditen aufzuweisen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts wissen wir nur sehr wenig über diese Mutation, abgesehen davon, dass sie ansteckender ist, aber einen milderen Krankheitsverlauf auslösen soll. Für die Finanzmärkte ist die entscheidende Frage, ob die existierenden Impfstoffe auch Schutz gegen die neue Variante bieten. Bis auf Weiteres warten wir diesbezügliche Meldungen vonseiten der Pharmaunternehmen ab (Pfizer geht davon aus, im Laufe der nächsten 14 Tage Ergebnisse vorlegen zu können). Die Unsicherheit trägt natürlich zu einer Abbremsung des Marktes bei, der im Laufe von 2021 stark zugelegt hat.

Ebenso tragen die Meldungen der US-amerikanischen Zentralbank Fed zur Unsicherheit bei. Die Bank scheint darüber besorgt zu sein, dass die derzeit hohe Inflation länger andauern wird als zunächst erwartet. Dies kann zu einer schnelleren Einstellung des aktuellen Anleihenkaufprogramms führen. Wenn wir die Erwartung für die Zahl der Zinserhöhungen vonseiten der Fed im Jahr 2022 betrachten, so ist diese im Laufe der letzten Monate von 1 bis fast 3 gestiegen (die Zahl liegt zurzeit bei 2,4 – s. Abb. 1). Steigende Zinsen müssen nicht unbedingt eine Herausforderung für den Aktienmarkt darstellen, wenn das Wachstum und die Gewinne andauern, weshalb wir die Entwicklung aufmerksam verfolgen.

Abb. 1: Erwartungen an die Fed


(Quelle: Macrobond, 2021)


Renditen der Anlageklassen
Wie oben erwähnt deutete bis kurz vor Monatsende alles auf ansehnliche positive Renditen im globalen Aktienmarkt (ohne EM). Allerdings konnten die Märkte der Kombination aus der neuen Virusvariante Omikron und den Kommentaren der Fed nicht standhalten, weshalb wir den Monat um 0 % beendeten. Die sinkenden Zinsen bewirkten positive Renditen bei den traditionellen Anleihen und den Unternehmensanleihen mit hoher Bonität. Die Hochzinskomponenten waren von erweiterten Kreditspreads geprägt und beendeten den Monat mit negativen Renditen.