Marktkommentar – März 2022

07.04.2022

Im März gab es zwei ganz große Gesprächsthemen in den Finanzmärkten.

Das erste war selbstverständlich der Krieg in der Ukraine. Für die Finanzmärkte bedeutet der Krieg ein erhöhtes geopolitisches Risikoniveau. Mit anderen Worten haben die Märkte ihren Fokus darauf gerichtet, ob der Konflikt das Risiko birgt, sich auf andere Länder auszuweiten, hierunter natürlich insbesondere Länder, die Mitglieder der NATO sind. Für die Finanzmärkte wäre dies ein Schreckensszenario. Darüber hinaus bedeutet der Konflikt einen Aufwärtsdruck auf die Preise vieler Rohstoffe (hierunter natürlich insbesondere Erdöl und Erdgas, aber auch mehrere Metalle). Und zwar gerade jetzt, wo viele westliche Länder bereits damit zu kämpfen haben, die Tendenz steigender Preise auf mehreren Niveaus zu begrenzen. Anfang März, als die russische Kriegsmaschine losrollte, waren das geopolitische Risiko stark steigend und der Druck auf die Rohstoffe hoch (der Ölpreis lag für einige Zeit bei 130 USD je Barrel). Da die ukrainischen Truppen jedoch standhielten und verschiedene Friedensverhandlungen angekündigt worden sind, ist das Risikoniveau wieder gesunken. Dies hat die Risikobereitschaft unter den Anlegern erhöht und die Rohstoffpreise sinken lassen.

Das zweite große Thema war die amerikanische Geldpolitik. Die US-Zentralbank erhöhte wie erwartet in der Sitzung am 16. März die Zinsen um 25 Basispunkte. Ganz wichtig ist aber auch, dass sich die Bank nach wie vor mit einem harten Ton über den Bedarf an zusätzlichen Straffungen in den kommenden Sitzungen äußert. Deshalb erwartet der Markt jetzt, dass die Fed die Zinsen im Laufe des Jahres um mehr als acht Mal anheben wird (Abb. 1), was zweimal so viel ist wie vor der Sitzung am 16. März. Dies hat natürlich einen großen Druck insbesondere auf die kurzen Zinsen ausgelöst, die im Laufe des Monats um mehr als 100 Basispunkte gestiegen sind (2-jährige Staatsanleihen). Dies hat dazu geführt, dass die kurzen Zinsen jetzt auf einem höheren Niveau gehandelt werden als die langen 10-jährigen Zinsen, was historisch ein Zeichen für schwächeres künftiges Wachstum gewesen ist.




Renditen der Anlageklassen
Nach einem schwierigen Start im März machten die Aktien eine Kehrtwende und beendeten den Monat mit positiven Renditen. Aufgrund der Bedrohung durch Sanktionen, der verstärkten Regulierung sowie eines neuen Ausbruchs von COVID-19 hatten jedoch besonders die chinesischen Aktien einen schwierigen Monat, was für die Aktienmärkte der Emerging Markets in ihrer Gesamtheit im März einen neuen Rückgang bedeutete.
Die steigenden Zinsen galten für alle zinsbezogenen Produkte, die alle im Laufe des Monats einen Rückgang verzeichneten.
Unsere alternativen Anlagen hatten einen sehr guten Monat – insbesondere dank der Strategien, die in Markttrends investieren.

Aktuelles
Die Grausamkeit des Krieges und die hiermit verbundenen schrecklichen Konsequenzen für die Menschen setzten sich im März unverändert fort. Es mag kalt und zynisch wirken, aber die Finanzmärkte bewahren immer nur sehr schwer einen Fokus, es sei denn, die Ereignisse eskalieren. Dies ist seit Mitte März nicht der Fall gewesen, weshalb der Krieg für die Märkte eher in den Hintergrund getreten ist.